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In Deutschland haben wir es in den meisten Spätfrostnächten
mit Strahlungsfrösten zu tun.
Während bei Windfrost (= kalte Winde) kaum eine Chance besteht,
die Blüten zu schützen, haben wir bei Strahlungsfrösten
einige gute Verfahren. Hierbei kann man die meistens fast vollständige
Windstille ausnutzen, denn ein Wind würde auf- oder eingebrachte
Wärme in der Obstanlage wegwehen. Im Falle der Frostschutzberegnung
wird der Frost durch den Wind sogar noch verstärkt durch
zusätzliche Verdunstungskälte.
Folgende Möglichkeiten bestehen :
- Heizen mit Öl- oder Gasheizgeräten, Nachteil:
zu hohe Energie- und Gerätekosten
- Räuchern mit nassem Stroh (= Bildung von künstlichem
Raureif), Nachteil : nur geringe Wirkung bis –6 Grad C°.,
Rauchbelästigung der Nachbarn.
- Luftdurchmischung durch Luftbläser (aus 10 - 14 mtr.
wird warme Luft nach unten gedrückt), Nachteil : hohe
Lärmbelästigung durch den lauten Propeller, ansonsten
gute Wirkung.
- Frostschutzberegnung, Nachteil : hoher Wasserbedarf von
3 mm je Std. Regen, d.h. 30 cbm/ha mit entsprechendem technischem
Aufwand. Die Vorteile sind aber entscheidend: Die Kosten sind
im Vergleich zu anderen Verfahren niedriger und der Schutzeffekt
entsteht direkt an der Blüte.
In Deutschland wird aus diesem Grund hauptsächlich die Beregnung
zum Schutz vor Spätfrösten eingesetzt. Der Effekt entsteht
durch die Abgabe von Wärme zum Zeitpunkt der Erstarrung (Gefrieren)
des Wassers und dies zusätzlich noch auf den zu schützenden
Blüten. Dabei entsteht eine enorme Wärmeentwicklung
von über 2,5 Megawatt je ha und Std. Dies führt dazu,
dass Apfelblüten bis etwa -9 Grad C° und die weniger
frostempfindlichen Blaubeerblüten sogar bis –12 Grad C°
einigermaßen geschützt sind. Entscheidend für
den Erfolg der Frostschutzberegnung ist, dass die Anlage frühzeitig
(bei 0 Grad C°) angeschaltet wird und auf jeden Fall alle
zu schützenden Pflanzen gleichmäßig benetzt werden.
Die Beregnung darf auf keinen Fall unterbrochen werden (=
zusätzliche Verdunstungskälte) und muss so lange fortgesetzt
werden, bis das Eis morgens anfängt abzufallen.
Das kann in starken Frostnächten schon einmal über 12
Std. gehen. Die Frostschutzberegnung stellt aber die einzige effektive
und zuverlässige Möglichkeit dar, der Natur hier ein
Schnäppchen zu schlagen. Nur durch Frostschutz kann das Risiko
eines Obstbaubetriebes, in einem Jahr eventuell einmal keine Früchte
verkaufen zu können, minimiert werden.
Eine sehr gute Kontrolle, ob die Beregnung nötig war,
ist die Beobachtung unseres Magnolienbaumes.
Sind seine Blüten durch Frost geschädigt, gibt es
auch in unseren Obstanlagen Schäden in etwa gleichem Ausmaße.
Hat die Beregnung aber geklappt, ist dies nicht der Fall.
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